🌿 Heilpflanze
Beifuß
Artemisia vulgaris
Geschichte & Hintergrund
Die Beifußarten wurden bereits von den Großwildjägern der jüngeren Altsteinzeit als Heil- und Zauberkräuter geschätzt. In der Mythologie ist die Pflanze eng verbunden mit der Göttin der weiblichen Mysterien (Artemis), was sich in ihrem universalen Einsatz bei gynäkologischen Problemen widerspiegelt. Historisch diente das Kraut in der Antike bereits als Sitzbad zur Anregung der Menstruation und bei der Nachgeburt. Im Mittelalter wurde Beifuß als Zauberkraft gegen ‚Bindzaubereien‘ wie ‚Nestelknüpfen‘ oder ‚Schossschliessen‘ eingesetzt. Auch in heidnischen Festen (wie der Sonnenwende) wurde er in Würten verwendet und anschließend verbrannt, um Unreinheiten und angezauberte Leiden zu vertreiben. Heute wird er in vielen östlichen Traditionen, wie in China, noch immer bei Frauenleiden verwendet.
Eigenschaften
- Bitter und herb-würzig im Geschmack und Duft
- Wärmend und anregend für das weibliche Becken
- Entkrampfend und entspannend auf das Nervensystem
- Fördernd für die Verdauung und die Bauchspeicheldrüse
- Zäh und pionierartig (besiedelt Ödlande und Steppen)
Anwendungsgebiete
- Menstruationsfördernd (bei schwacher Periode)
- Entkrampfung bei schmerzhafter Periode
- Unterstützung bei chronischen Eierstocksentzündungen und Ausfluss
- Lindernd bei Beinen und Füßen (z.B. nach langen Wanderungen)
- Beruhigung bei Nervosität und leichten Schlafstörungen
- Förderung der Verdauung und der Bauchspeicheldrüsenfunktion
Zubereitung
Er eignet sich zur innerlichen Anwendung als Tee (vor allem bei Nervosität und Schlafstörungen). Außerhalb des Körpers kann er als Öl in die Beine und Füße eingerieben werden oder als warmes Sitzbad verwendet werden. Für beruhigende Zwecke können die Blätter auch in ein Kissen gefüllt und ins Bett genommen werden.
Fundort & Vorkommen
Beifuß ist ein anspruchsloses Kraut, das an vielen Wegrändern und Geröllplätzen zu finden ist. Botanisch bevorzugt es salzig-alkalische, eher trockene Steppen und Karstlandschaften Amerikas und Asiens.