⚠️ giftig
🌿 Heilpflanze
Fingerhut
Digitalis purpurea
Die Inhaltsstoffe (Digitalisglykoside) sind zur Stärkung des Herzens bekannt.
Geschichte & Hintergrund
Historisch wurde der Fingerhut als giftige, aber auch mächtige Pflanze betrachtet. Er war Bestandteil von Hexensalben und erhielt den Beinamen »Teufelsapfel«. Seine Wirkung wurde daher oft mit übernatürlicher, aber auch gefährlicher Kraft in Verbindung gebracht.
Eigenschaften
- Giftig (mit Vorsicht zu verwenden!)
- Verkostet eine starke, lang anhaltende und unbeirrbare Heilkraft.
- Enthält Flavonoide, Hydroxycumarine, Anthrachinone und Purpureaglykoside.
- Wirkt stark auf das zentrale Nervensystem und das kardiovaskuläre System.
Anwendungsgebiete
- Herzentlastung bei Rhythmusstörungen (z. B. Brady- und Tachykardie), irregulärer Puls und Herzschwäche.
- Behandlung von Ängsten, Vorerkrankungen des Herzens (Herzinsuffizienz, Altersherz) und Symptomen wie leicht einschlafende Finger (Paresthesien).
- Bei Erregungszuständen höchsten Grades, Zorn, Raserei, Manie oder bei epileptischen Anfällen (unter professioneller Anleitung).
Zubereitung
Es werden zwei Extrakte hergestellt und zu gleichen Teilen kombiniert: 1. Blüten-Tinktur: Die frischen, blühenden Pflanzen werden fein zerkleinert und in 45-prozentigem Ethanol mazeriert. 2. Frucht-Tinktur: Die jungen Früchte werden im Frühherbst geerntet, fein zerkleinert und ebenfalls in 45-prozentigem Ethanol mazeriert. Die beiden Extrakte werden anschließend zu einer gemeinsamen Urtinktur verarbeitet.
Fundort & Vorkommen
Bergwälder in West- und Mitteleuropa.