🌿 Heilpflanze
Großer Wiesenknopf
Sanguisorba officinalis
Geschichte & Hintergrund
Der Gattungsname stammt vom lateinischen sanguis – Blut und sorbere – saugen. Die blutrote Farbe der Blütenköpfe galt als Signatur dafür, dass die Pflanze blutstillend wirke – und tatsächlich hat sich der Wiesenknopf genau dafür über Jahrhunderte gehalten. Der Hufschmied Karls V. soll die Wurzel als erster gegen Spulwürmer bei Pferden eingesetzt haben. In Spanien bereitet man aus der Wurzel einen Wein gegen starkes Schwitzen.
Eigenschaften
- Blutstillend: Das klassische Hämostyptikum der Wiesenflora.
- Zusammenziehend: Hoher Gerbstoffgehalt, daher stark adstringierend.
- Stopfend: Bei Durchfällen bewährt.
- Schweißhemmend: In Spanien traditionell gegen starke Hautschweiße gebraucht.
Anwendungsgebiete
- Blutungen verschiedener Ursache
- Zu starke Menstruation, besonders in den Wechseljahren
- Durchfall
- Hämorrhoiden
- Starkes Schwitzen
Zubereitung
Verwendet werden Kraut und Wurzel. Üblich sind 30 bis 50 Tropfen der Tinktur nach der Mahlzeit oder zwei bis drei Teelöffel des Krautes (etwa 2,8 bis 4,2 g) als kalter Auszug. Äußerlich dient das Streupulver traditionell bei Hämorrhoiden.
Fundort & Vorkommen
Auf mäßig trockenen bis feuchten Mager- und Frischwiesen im gemäßigten Eurasien und Nordamerika, ostwärts bis zum Amurgebiet, Japan und China. An den Boden stellt die Pflanze geringe Ansprüche.