🌿 Heilpflanze
Gundermann
Glechoma hederacea
Geschichte & Hintergrund
Der Gundermann war für die Kelten, Germanen und Slawen ein heiliges Kraut. Er spielte eine zentrale Rolle bei den wilden Festen: Männer banden sich Kränze aus Gundermann ins Haar, um die Bodenhaftung zu bewahren. Bei besonderen Festen, wie der Sommersonnwendfeier oder der Walpurgisnacht, galt das Kraut als Zeichen der Verbundenheit mit der beseelten Natur und wurde traditionell verwendet, um die Sinne zu schärfen oder besondere Erkenntnisse zu ermöglichen. Er war auch ein unverzichtbarer Bestandteil der altzeitlichen Neunkräutersuppe.
Eigenschaften
- Schleimlösend (durch Saponine)
- Entzündungshemmend
- Stoffwechselfördernd (anregt den Stoffwechsel)
- Gut für Magen und Lunge
- Wirkstoffträger: Ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe
Anwendungsgebiete
- Chronische Bronchitis und Husten (Schleimlösung)
- Chronischer Schnupfen (Schleimlösung)
- Blasen- und Nierenerkrankungen (Anregung des Stoffwechsels)
- Heilung schlecht heilender Wunden (äußerlich)
- Küchengewürz für Kräutergerichte (Geschmack und Vitamine)
Zubereitung
Innerlich kann er als Tinktur bei chronischen Leiden eingesetzt werden. Für Wunden eignen sich äußere Anwendungen wie Kompressen, Salben oder Pflanzenöle. Aufgrund seines angenehm würzigen Geschmacks wird er auch als Gewürz zu Kräutersuppen und -butter verwendet.
Fundort & Vorkommen
Er ist eine kriechende, bodendeckende Pflanze, die sich leicht in naturbelassenen Gärten, an Zaunrändern, alten Mauern und an feucht-kühlen Böden breit macht. Er ist dort heimisch, wo man ihn nicht bewusst pflegt.