🌿 Heilpflanze
Huflattich
Tussilago farfara
Geschichte & Hintergrund
Der lateinische Name sagt bereits alles: tussis – Husten und agere – vertreiben. Der Huflattich gehört zu den ältesten Hustenmitteln überhaupt. Schon die Hippokratiker nannten ihn „bechion", Dioskurides, Plinius und Galenus empfahlen den Rauch der angezündeten Blätter gegen Husten und Schweratmigkeit – Plinius beschreibt das Verfahren genau. Der deutsche Name bezieht sich auf den hufähnlichen Umriss der Blätter, „farfara" auf den weißen Haarüberzug ihrer Unterseite.
Eigenschaften
- Schleimlösend: Löst festsitzenden Schleim in den Atemwegen.
- Reizmildernd: Der Schleimgehalt legt sich beschützend auf gereizte Schleimhäute.
- Entzündungswidrig: Bei Entzündungen der Atemwege und äußerlich bei Geschwüren.
- Frühblüher: Die filzigen Blütenschäfte erscheinen oft schon im Februar, lange vor den Blättern.
Anwendungsgebiete
- Husten und Heiserkeit
- Bronchitis mit festsitzendem Schleim
- Rachen- und Kehlkopfentzündung
- Engbrüstigkeit und Asthma
- Äußerlich bei Entzündungen und offenen Stellen
Zubereitung
Verwendet werden vorwiegend die Blätter, daneben Blüten und Wurzel. Üblich sind vier Teelöffel (etwa 4,4 g) der Blätter als heißer Aufguss über den Tag verteilt, oder zwei bis drei Messerspitzen Blätterpulver täglich. Kneipp und Hufeland schätzten ihn besonders bei hartnäckigem Husten. Eine Höchstmenge ist nicht festgesetzt; für eine Daueranwendung über Wochen ist der Huflattich jedoch nicht gedacht.
Fundort & Vorkommen
Auf Lehm- und Tonböden, an Bahndämmen, Wegrändern und in Kiesgruben. Verbreitet in Europa, West- und Nordasien und den Gebirgen Nordafrikas, nach Nordamerika eingeschleppt.