🌿 Heilpflanze
Kamala
Mallotus philippinensis
Geschichte & Hintergrund
Mallotus kommt vom griechischen mallotos – langwollig, nach den weich bestachelten Früchten; Kamala ist indischen Ursprungs. Der Baum ist in Indien seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. belegt: Im Kausitaki-Sutra, einem Werk über religiöse Gebräuche, wird er mehrfach erwähnt, muss im Kult also eine Rolle gespielt haben. Ebenso alt ist die Verwendung der leuchtend roten Fruchtdrüsen in der Seidenfärberei, von der schon Susruta berichtet.
Eigenschaften
- Wurmtreibend: Klassisches Bandwurmmittel, wirkt auch gegen Spulwürmer und Madenwürmer.
- Abführend: Treibt den gelösten Wurm zugleich ab.
- Roter Farbstoff: Die Drüsen bedecken die Fruchtkapseln als prachtvoll rote Schicht und machen etwa 11 % der Frucht aus.
- Lagerempfindlich: Die Wirkung lässt beim Lagern der Droge nach.
Anwendungsgebiete
- Bandwurmbefall
- Spulwürmer und Madenwürmer
- Wurmkuren bei Kindern in verringerter Menge
Zubereitung
Verwendet werden die Drüsen und Büschelhaare von den Fruchtkapseln. Für Erwachsene sind 6 bis 12 g des Pulvers üblich, für Kinder 1,5 bis 3 g. Weil das Mittel zugleich stark abführt, gehört eine Wurmkur in fachkundige Begleitung und nicht in Eigenregie.
Fundort & Vorkommen
Der kleine zweihäusige Baum wächst in ganz Indien, auf Sri Lanka, im ostindischen Archipel, auf Java sowie in Nord- und Ostaustralien.