🌿 Heilpflanze
Körniger Steinbrech
Saxifraga granulata
Geschichte & Hintergrund
Saxifraga kommt vom lateinischen saxum – Felsen und frangere – brechen, weil die Pflanzen der Gattung oft auf Felsen wachsen, die sie zu sprengen scheinen. Der Antike war sie offenbar unbekannt, im Mittelalter zählte sie dagegen zu den beliebten Arzneimitteln: Schon die heilige Hildegard im 12. Jahrhundert und später Paracelsus berichten von ihrer Verwendung gegen Steinleiden. Der Name wurde dabei zur Signatur – was Felsen bricht, soll auch Steine brechen.
Eigenschaften
- Harntreibend: Regt die Harnausscheidung an, daher bei Grieß und Steinen gebraucht.
- Wurzelknöllchen: Bildet kleine Brutknöllchen, die früher als Semen Saxifragae gehandelt wurden.
- Anspruchslos: Gedeiht auf feuchten wie trockenen Wiesen, auf kieseligem wie kalkreichem Grund.
- Unsichere Wirkung: Madaus vermerkt ausdrücklich, die Wirkung bei Steinleiden sei sehr unsicher.
Anwendungsgebiete
- Grieß und Steine in Nieren und Blase
- Anregung der Harnausscheidung
- Gallensteine
- Chronische Hautausschläge
Zubereitung
Verwendet wird die ganze Pflanze samt den Wurzelknöllchen. Üblich sind drei Teelöffel (etwa 3,3 g) als heißer Aufguss täglich. Bei bestehendem Steinleiden gehört die Behandlung in ärztliche Hand – Madaus selbst nennt die Wirkung unsicher.
Fundort & Vorkommen
Auf Wiesen und Rainen in ganz Europa, auf verschiedensten Böden, nur nicht auf steinigem Untergrund.