🌿 Heilpflanze
Lungenflechte
Sticta pulmonaria
Geschichte & Hintergrund
Sticta kommt vom griechischen stiktós – gefleckt, pulmonaria vom lateinischen pulmo – Lunge, wegen der Ähnlichkeit der Flechte mit Lungengewebe. Genau diese Signaturenlehre bestimmte ihren Gebrauch: Als Herba pulmonariae arboreae war sie früher offizinell und wurde bei Erkrankungen der Atmungsorgane angewandt, auch in der Tierheilkunde gegen Husten und Asthma. Lonicerus schreibt, ihr Amt sei „weychen und auflösen".
Eigenschaften
- Reizmildernd: Besonders bei trockenem Reizhusten geschätzt.
- Schleimlösend: Löst zähen Schleim in den Bronchien.
- Blattflechte: Bildet tiefbuchtige, bis handgroße Lappen, anders als das strauchige Isländisch Moos.
- Baumbewohner: Wächst als Flechte auf der Rinde alter Laubbäume.
Anwendungsgebiete
- Trockener Reizhusten
- Bronchitis
- Asthma und Atemnot
- Heiserkeit
- Äußerlich auf entzündete Stellen
Zubereitung
Verwendet wird die ganze Flechte. Üblich sind zwei Teelöffel (etwa 1,6 g) als heißer Aufguss täglich. Die Flechte ist in weiten Teilen Europas geschützt und selten – eigenes Sammeln verbietet sich, gehandelt wird Ware aus kontrollierten Beständen.
Fundort & Vorkommen
An der Rinde alter Laubbäume in luftfeuchten, unbelasteten Wäldern Europas und Nordamerikas. Gilt als Zeigerorganismus für saubere Luft und ist heute vielerorts selten geworden.