🌿 Heilpflanze
Bärlapp
Lycopodium clavatum
Geschichte & Hintergrund
Der Bärlapp wird seit Jahrhunderten in der Volksheilkunde genutzt, wobei traditionell die luftigen Sporen ('Drudenmehl') geerntet werden. Aufgrund der anspruchsvollen und staubartigen Beschaffung war das Wissen um dessen Verarbeitung lange Zeit auf spezialisierte Kräuterhändler beschränkt. Die Verwendung des Bärlapp-Staubs ist ein Beispiel für die Nutzung eines apotropäischen Naturmittels, das aufgrund seiner staubartigen, fast mystischen Beschaffenheit eine besondere Heilkraft zugeschrieben wurde. Besonders im Kontext der Homöopathie werden präzise Erntezeiten (abhängig von Mondphasen und Tierkreiszeichen) als Teil des Heilrituals betrachtet.
Eigenschaften
- Sporen und Samen staubartig und extrem leicht.
- Wirkung wird durch Zerkleinern und Aufschließen (wie das Drudenmehl) verstärkt.
- Kann stärkend auf die Funktion des Immunsystems, insbesondere in der Leber, wirken.
- Enthält Spuren von Alkaloiden, Ätherisches Öl, Catechingerbstoffe und Flavonoide.
Anwendungsgebiete
- Neurologische und paralytische Zustände (Multiple Sklerose, Parkinson, spastische Paralyse, Lähmungen)
- Schwäche der unteren Gliedmaßen (fortschreitende Schwäche)
- Probleme mit Harnkontinenz und Diarrhö
- Rheumatische und allgemeine Lähmungen
- Funktionsstörungen des Immunsystems und der Leber
Zubereitung
Für die Anwendung der Sporen (Bärlapp-Staub) werden die reifen Samen im Herbst geerntet und durch ausgiebiges Zerreiben im Mörser aufgeschlossen, bis sie eine teigige Masse bilden. Diese wird anschließend für die homöopathische Zubereitung in 45-prozentigem Ethanol mazeriert. Alternativ wird eine Urtinktur gemäß den Vorgaben des Europäischen Arzneibuchs hergestellt.
Fundort & Vorkommen
Heiden, Mooren, auf Gebirgswiesen und in Nadelwäldern; in ganz Europa.