⚠️ giftig
🌿 Heilpflanze
Stechapfel
Datura stramonium
Geschichte & Hintergrund
Datura ist die arabische Bezeichnung der Pflanze; die Herkunft von Stramonium ist ungeklärt. Ob die Antike den Stechapfel kannte, ist bis heute umstritten – die Väter der deutschen Botanik des frühen 16. Jahrhunderts führen ihn jedenfalls noch nicht als einheimische Pflanze. Seine Heimat liegt wohl in Westasien. Als Rausch- und Zauberpflanze hat er eine lange Geschichte: In vielen Kulturen gehörte er zu den Ritualpflanzen, in Europa zählte er zu den Bestandteilen der überlieferten Hexensalben.
Eigenschaften
- Giftig: Alle Pflanzenteile sind stark giftig – Verwechslung und Selbstversuche sind lebensgefährlich.
- Krampflösend: Löst den Krampf der Bronchialmuskulatur; daher die überlieferten Asthmazigaretten.
- Rausch- und Ritualpflanze: Erzeugt Rauschzustände mit Halluzinationen und gehörte zu den Zauberpflanzen Europas.
- Einjährig: Wird bis zu 1,20 m hoch, mit gabelspaltigem, kahlem Stengel und stacheligen Kapselfrüchten.
Anwendungsgebiete
- Historisch bei Asthma als Räuchermittel
- Krampfartiger Husten in der älteren Heilkunde
- Historische Ritual- und Rauschpflanze
- Nur noch in stark verdünnter homöopathischer Zubereitung gebräuchlich
Zubereitung
Madaus nennt die Blätter, historisch als Asthmazigarette geraucht – ausdrücklich mit dem Hinweis, vorsichtig und in Absätzen zu rauchen, da leicht Narkose eintrete. Diese Anwendung ist heute obsolet und gefährlich. Der Stechapfel ist stark giftig; schon geringe Mengen führen zu Vergiftungen mit Herzrasen, Halluzinationen und Bewusstlosigkeit. Keine Selbstanwendung in irgendeiner Form – der Eintrag dient der Dokumentation eines historischen Gebrauchs.
Fundort & Vorkommen
Ursprünglich wohl aus Westasien, heute weltweit auf Schutt, an Wegrändern und auf Brachland verwildert. Auch in Ägypten, Afrika und Nordamerika verbreitet.