⚠️ giftig
🌿 Heilpflanze
Weiße Sonnenwende
Heliotropium europaeum
Geschichte & Hintergrund
Der Gattungsname aus dem griechischen hélios – Sonne und tropos – Wendung geht auf Dioskurides zurück: Die Pflanze richte ihre Blätter nach der Sonne. In Algerien trägt sie einen Namen, der Rausch bedeutet – die Einheimischen kennen seit langem ihre Fähigkeit, Schwindel zu erzeugen, und das Vieh verschmäht sie. Die Volksnamen Warzenkraut und Krebsblume weisen auf die äußerliche Anwendung bei Hautwucherungen hin.
Eigenschaften
- Warzenmittel: Der frische Saft wurde traditionell auf Warzen aufgetragen.
- Schwindelerzeugend: Die Pflanze ist giftig und ruft Benommenheit hervor; Weidevieh meidet sie.
- Selten gebraucht: Madaus führt sie als selten angewandtes Mittel, dessen äußerliche Anwendung eine Nachprüfung verdiene.
- Einjährig: Nur 15 bis 30 cm hoch, mit dicht behaartem, ausgebreitet ästigem Stengel.
Anwendungsgebiete
- Äußerlich bei Warzen
- Äußerlich bei schlecht heilenden Hautstellen
- In der älteren Literatur bei Hautwucherungen
Zubereitung
Verwendet wird das frische, blühende Kraut, fast ausschließlich äußerlich. Innerlich ist die Pflanze wegen ihrer Giftigkeit nicht für die Selbstanwendung geeignet – Madaus nennt hier nur stark verdünnte Zubereitungen.
Fundort & Vorkommen
Auf Schutt, an Wegen und in Weinbergen des Mittelmeerraums und Südeuropas, nach Norden hin seltener.