🌿 Heilpflanze
Wermut
Artemisia absinthium
Geschichte & Hintergrund
Die Verwendung des Wermuts reicht Jahrtausende zurück. Bereits Hildegard von Bingen pries ihn als einen 'wichtigsten Meister gegen alle Erschöpfungen' und nutzte ihn zur Stärkung von Herz und Magen. Aufgrund seines hohen Bitterstoffgehalts und des enthaltenen Stoffes Absinthin wurde er historisch stark diskutiert, was auch zu Missbrauch (wie im Fall Vincent van Gogh) führen konnte. Moderne Anwendungen erfordern daher Vorsicht und sollten in der Regel unter Anleitung erfolgen.
Eigenschaften
- Stark bitter (durch Absinthin)
- Ätherisch und intensiv duftend
- Wärmend wirkend (im Gegensatz zu manchen anderen Bitterpflanzen)
- Anthraquinon-haltig (Bitterstoffe)
- Antibakteriell und entzündungshemmend
Anwendungsgebiete
- Magen-, Darm- und Gallenblasenerkrankungen
- Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen (stark bitter anregend)
- Regulierung des Galleflusses (galen-anregend)
- Stärkung von Herz und Magen
- Entgiftend und blutreinigend (nach Hildegard von Bingen)
Zubereitung
Die Blätter lassen sich für Bittertees oder Wermutweine nutzen. Für einen traditionellen Wermutwein (nach Hildegard von Bingen) werden die Blätter im Mai oder Juni geerntet, 20-30 ml Saft extrahiert und in 1 l Bio-Weißwein aufgegossen. Bei der Zubereitung von Tees wird die Pflanze meist in Kombination mit anderen Heilpflanzen eingesetzt, um die Wirkung zu mildern und zu verstärken.
Fundort & Vorkommen
Wermut kommt fast in ganz Europa vor, allerdings außer in den Regionen des hohen Nordens und einigen südlichen Gebieten. Er wächst sowohl ausgewildert als auch angebaut.