🌿 Heilpflanze
Zaunwinde
Convolvulus sepium
Geschichte & Hintergrund
Plinius kannte die Winde bereits unter dem Namen Convolvulus, abgeleitet vom lateinischen convolvere – zusammenwickeln, nach den sich zusammenfaltenden Blättern. Ob die Pflanze mit dem Smilax des Dioskurides identisch ist, ließ sich nie belegen; der griechische Arzt beschrieb dort nur die schädlichen Eigenschaften der Frucht. Erst der Autor Antonius Constantin wies im 16. Jahrhundert auf die Ähnlichkeit hin. Als sanft abführendes Mittel hielt sich die Zaunwinde in der Volksmedizin bis in die Neuzeit.
Eigenschaften
- Abführend: Der Milchsaft der Wurzel wirkt mild purgierend, schwächer als die verwandte Jalape.
- Gallentreibend: Wird traditionell zur Anregung des Gallenflusses genutzt.
- Fiebersenkend: In der älteren Literatur bei fieberhaften Zuständen erwähnt.
- Kletterpflanze: Wird 1 bis 3 Meter lang und windet sich mit kriechendem Erdstock durch Hecken.
Anwendungsgebiete
- Trägheit des Darms und Verstopfung
- Störungen des Gallenflusses
- Fieberhafte Zustände
- Leberbeschwerden
Zubereitung
Verwendet werden Wurzel, Blätter und Blüten. Die übliche Dosis liegt bei 1 bis 1,5 g des Saftes oder 1 bis 2 g des Wurzelpulvers. Eine Höchstmenge ist nicht festgesetzt. Die alten Kräuterbücher kannten außerdem das aus der blühenden Pflanze destillierte Windenwasser.
Fundort & Vorkommen
In Europa, Westasien und Nordafrika verbreitet, dazu im gemäßigten Nord- und Südamerika, in Sibirien, Australien, auf Java und in Neuseeland. Wächst an Zäunen, Hecken und Ufergebüschen, wo sie sich an anderen Pflanzen emporwindet.